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High Performance Gummiprodukte aus Altreifen

Umweltfreundliche technische Gummiprodukte aus Altreifen-Pulver mittels neuer Verfahrenstechnologie

Matthias Krieg
matteco GmbH

In einem neuen Verfahren lassen sich hochwertige technische Gummiprodukte aus recycelten Altreifen-Pulver ohne Polyurethan (PU)-Bindemittel umweltfreundlich herstellen. In Deutschland fallen jährlich 650.000 Tonnen Altreifen an, wovon aber nur 40 Prozent stofflich wiederverwertet werden. Dabei wird ein großer Teil als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie verwendet oder zur thermischen Verwertung ins Ausland exportiert. Dies ist mit Blick auf die steigenden umweltpolitischen Anforderungen kaum noch wirtschaftlich. Eine Herausforderung im wirtschaftlichen Recycling von Reifen liegt darin, dass sie möglichst widerstandsfähig, zäh und langlebig hergestellt sind. Daher müssen in hochkomplexen Recyclinganlagen die Reifen zuerst mechanisch in ihre Hauptbestandteile Gummi, Stahl, und Textil aufgeteilt respektive zersetzt werden. Für die Weiterverarbeitung zu hochwertigen Gummiprodukten wird hoch reines und grobes Gummigranulat benötigt. Dies liegt daran das herkömmliche Verfahren flüssigen Klebstoff auf PU-Basis zum Verbinden verwenden. Da dieser Klebstoff wie Zweikomponentenkleber aushärtet würde die Endprodukte bei zu feiner Körnung ihre elastischen Eigenschaften verlieren. Des weiteren würden eventuell zurückgebliebene Textilfasern das Bindemittel aufsaugen, was zu einer ungleichen Verteilung des Klebers und somit zu schlechterer Festigkeit führen würde. Daher haben herkömmliche Gummimatten aus Recyclingmaterial eine grobkörnige Struktur was zu limitierten Eigenschaften führt. Ein weiterer Nachteil von PU-Bindern ist das sie Additive, Weichmacher und Lösemittel enthalten welche der Umwelt schaden. Mit einem neuen Verfahren lässt sich erstmals sehr feines Gummimehl aus Altreifen verarbeiten und zu Gummimatten verpressen, die die Qualität von Neuware aus Kautschuk erreichen.

Dabei wird ein Thermoplast-Kleber auf Copolymer-Basis in Pulverform verwendet. Im Vergleich zum PU-Klebern findet keine chemische, sondern eine thermische Reaktion statt. Der sogenannte Schmelzkleber enthält keine Weichmacher und keine Lösungsmittel, weshalb die Endprodukte deutlich umweltfreundlicher sind. Eine ausgereifte Mischtechnologie stellt sicher das sich der Klebstoff in Pulverform, homogen um das Altreifenmehl verteilt. In einem Pressensystem wird die Mischung unter hohem Druck thermisch verpresst und danach abgekühlt. Hierbei entsteht ein Gummiprodukt mit einer sehr homogenen und feinen Struktur sowie Eigenschaften, die nahe an die von Kautschukprodukten heranreichen. Diese können wiederum ohne neuerliche Zugabe von Bindemittel zu 100 % recycelt werden. Des Weiteren erlaubt das neue Verfahren, Altreifengranulat mit Textilanteil, ohne wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Endproduktes, zu verarbeiten. Die komplette Vernetzung des Feinmehls mit dem elastischen Bindemittel erlaubt eine sehr hohe mechanische Beanspruchung und verhindert harte Soll-Bruchstellen. Die dichte Oberfläche und die feine Struktur erlauben es sehr dünne Gummimatten zu fertigen. Die Gummimatten können in diesen Verfahren auch aus mehreren Schichten mit unterschiedlichen Gummikörnungen hergestellt werden.

Anwendungsmöglichkeiten

  • Anwendung in der Bauakustik für Schall- und Vibrationsschutz, z.B. Schalldämmung durch Entkopplung oder als Treppenlager und Trittschalldämmungen.

  • Elastomer-Lager für Betonteile zur Entkopplung von Bauteilen im Neubau und bei der Sanierung.

  • Industrie Entkopplungsmatten für Maschinenfundamente als Schutz gegen Erschütterungen, Schwingungen und Körperschall.

  • Transport Auskleidung von Nutzfahrzeugen zur Ladungssicherung und als Schutzmatten

  • Aufnahme von sehr großen statischen Fundamentlasten, wie im Tunnel- oder Gleisbau.

matteco GmbH

Die matteco GmbH wurde im Jahr 2015 von den beiden Ingenieuren Matthias Krieg und Frank Fuhrer sowie dem Kaufmann Bernd Krieg gegründet. Der Kern der Gründung beruht auf einem in der Schweiz entwickelten Verfahren zur Produktion von Gummimatten aus Altreifenmehl, welches durch matteco erstmalig großtechnisch für den deutschen Markt umgesetzt wird. Seit 2016 werden in der eigenen Produktionsstätte im badischen Kappelrodeck 100% recyclingfähige Gummimatten in dem neuartigen Verfahren für die Anwendungsbereiche Bau, Industrie und Transport hergestellt. Durch verschiedene Rezepturen lassen sich die Eigenschaften der Gummimatten speziell nach individuellen Kundenbedürfnissen anpassen. Die Gummimatten können in verschieden Größen zurechtgeschnitten und nach Kundenwunsch mit einem speziellen Belag, wie z. B. einem Gewebe aus Polyester, beschichtet werden. Das Ziel von matteco Ressourcen zu schonen, spiegelt sich bereits im Namen wider, der sich aus Matte und ecological zusammensetzt.

Ihr Ansprechpartner
Matthias Krieg
Geschäftsführer

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