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Desinfektion mit sichtbarem Licht

Violette und blaue LEDs ermöglichen schonende Abtötung von Keimen.

Prof. Dr. Martin Heßling
Institut für Medizintechnik und Mechatronik

Keime und Erreger werden in der Regel mit aggressiven Chemikalien bekämpft. Besonders in der Reinigung von alltäglichen Gebrauchsgegenständen können Reststoffe solcher Desinfektionsmittel zu gesundheitlichen Problemen führen. Dies führt jedes Jahr allein deutschlandweit zu über 10.000 Augeninfektionen durch Desinfektionsmittelreste auf Kontaktlinsen. Aggressive Chemie oder Keime im Auge, mit diesem Dilemma haben weltweit über 100 Millionen Kontaktlinsenträger zu kämpfen. Eine Alternative bietet die Desinfektion mittels UV-Strahlung, doch greift diese die Kontaktlinse selber an. Eine völlig neue Lösung bietet die Bestrahlung mit intensiven sichtbaren Licht. Die desinfizierende Wirkung von sichtbaren Licht ist seit mehr als 100 Jahren bekannt und im Gegensatz zu UV Strahlung schonend gegenüber Mensch und Material. Für eine effiziente Keimbeseitigung werden allerdings hohe Strahlungsintensitäten benötigt, die bisher nicht wirtschaftlich erreichbar waren. Mit Hilfe moderner LED Technik lässt sich heutzutage hochintensives blaues und violettes Licht erzeugen. Diese spezielle Strahlung wird von den Bakterien absorbiert wo sie organisch-chemische Farbstoffe, sogenannte Porphyrine, zur Bildung von aggressiven Radikalen veranlasst. Diese reaktionsfreudigen Radikale zerstören dann die Bakterien von innen heraus. Beispielsweise können zwei preiswerte und kleine LEDS in einem Kontaktlinsenaufbewahrungsbehälter integriert werden um Kontaktlinsen über Nacht zu desinfizieren.

Anwendungsmöglichkeiten

  • Sterilisation von Kontaktlinsen und anderen medizintechnischen Geräten.

  • Abtötung von Erregern in Lebensmitteln oder Anlagen für die Lebensmittelverarbeitung

  • Schnelle Großflächige Desinfektion in der Lagertechnik und Logistikbranche mittels LED Arrays

  • Abtötung von Keimen in Wasser- und anderen Flüssigkeiten

Institut für Medizintechnik und Mechatronik

Hochschule Ulm

Das IMM ist das organisatorische Dach für die Laborbereiche der Medizintechnik und der Mechatronik. Die zentrale Aufgabe des IMM ist die Unterstützung der wissenschaftlich fundierten und praxis-orientierten Ausbildung der Studierenden der beiden Bachelorstudiengänge Medizintechnik und Mechatronik sowie des Masterstudiengangs Medizintechnik mit Personal und Geräten.

Ihr Ansprechpartner
Prof. Dr. Martin Heßling
Stellv. Institutsleiter

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